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Nacktscanner

von Melanie Schulz | 26. Oktober 2008

Bis auf die Haut nackt am Flughafen – zumindest für die Sicherheitsbeamten sollen sich nach Wunsch der EU-Kommission ab 2010 die Passagiere durchleuchten lassen. Zwar sollen die Gesichter bei dieser Technik verzerrt werden und die Daten umgehend gelöscht werden, ohne dass die Sicherheitsbeamten die Möglichkeit des Speicherns oder Druckens haben.

Die Geräte funktionieren folgendermaßen: Die Passagiere gehen in eine Kabine, wo der Scanner elektromagnetische Wellen auf der Haut reflektiert. Auf diese Weise wird ein virtuelles 3-D Bild des “nackten” Passagiers erzeugt. So sollen am Körper versteckte, auch nichtmetallische Gegenstände effektiver gefunden werden. Ein netter Nebeneffekt, selbst die Umrisse der Genitalien sollen hierbei mit abgebildet werden.

Froh bin ich über die Reaktionen im Bundestag:

SPD, FDP, Grüne und Linke im Bundestag warnten am Donnerstag vor einer grundgesetzwidrigen Verletzung des Intimsphäre. Der Innenexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Max Stadler, sagte am Donnerstag, die neue Technik überschreite alle Schamgrenzen und verstoße gegen die Menschenwürde. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz, sagte: “Das ist in jeder Beziehung fragwürdig und unverhältnismäßig.”

Grünen-Chefin Claudia Roth wies darauf hin, dass kein tatsächlicher Sicherheitsgewinn der Geräte belegt sei. “Der Kontrollwahn, der beim Thema Bodyscanner sichtbar wird, nimmt langsam krankhafte Züge an”, sagte sie. Für die EU-Kommission spiele das Grundrecht auf Privatheit und der Schutz der Würde und Intimsphäre offensichtlich keine Rolle mehr. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, sagte: “Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie dieser Sicherheitshysterie in Brüssel Einhalt gebietet.” Quelle: www.spiegel.de

Ich persönlich habe aber entdeckt, dass die EU-Kommission nur der Privatwirtschaft hinterher hechelt, denn den ultimativen Nacktscanner gibt’s zum herunterladen für das Handy. Dieser ermöglicht der Handykamera die sogenannten elektromagnetischen Wellen auf der Haut zu reflektieren und auf diese Weise ein virtuelles 3-D Bild zu erstellen. Sozusagen könnten wir doch die Sicherheitsbeamten mit einem Handy und dem heruntergeladenem Nacktscanner auszustatten und somit auf einfache Weise jeden Passagier zu durchleuchten…

Topics: Bundespolitik, Datenschutz, EU-Politik |

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