« Ende des Boykotts: Milch und Butter werden teurer | Home | Onlineseminar »

Lernmittelfreiheit

von Daniela Schraft | 9. Juni 2008

Grundsätzlich werden jeder Schülerin und jedem Schüler vom Schulträger entsprechend eines festgelegten Durchschnittsbetrages Lernmittel zu befristetem Gebrauch unentgeltlich überlassen (Prinzip der Ausleihe). In Ausnahmefällen können Lernmittel, falls wegen der Art der Lernmittel erforderlich, zum dauernden Gebrauch zur Verfügung gestellt werden. In Baden-Württemberg ist diese Freiheit im Gegensatz zu anderen Bundesländern eine Grundlage des Schulwesens.

 

Wo ist jetzt das Problem?

Eigentlich gibt es damit kein Problem, aber die SPD-Landtagsfraktion ist der Meinung, dass diese Lernmittelfreiheit nicht mehr realisiert ist an unseren Schulen.

Insbesondere Lehrern „fehle oft das Gespür für die Höhe der zusätzlichen Kosten“ so Mentrup (heute in der LKZ nachzulesen).

Ich weiß ja nicht woher er seine Informationen über das Gespür von Lehrern hernimmt, aber die Erfahrungen die ich persönlich gemacht haben entsprechen anderem. Es ist im Gegenteil sogar so, dass Lehrer und Eltern bei Klassenfahrten normalerweise gemeinsam darüber entscheiden, wie hoch das Taschengeld der Kinder maximal sein sollte.

Solange das Land nicht bereit ist mehr Geld in Bildung zu investieren, kann eine Schule die Kosten für Lektüren zum Beispiel nicht übernehmen. Wenn es im Moment noch nicht einmal möglich ist flächendeckend aktuelle Schulbücher einzuführen, wie soll die Schule dann Zusatzmaterial finanzieren?

Ein Beispiel aus dem Schulalltag: Aufgrund der Budgetierung des Büchergeldes kann man nicht in allen Jahrgängen auf einmal neue Bücher anschaffen. Dies wurde in den letzten zehn Jahren aber gleich zweimal für das Fach Mathematik notwendig. So gab es zunächst die Einführung des Euro und dann die Mehrwertsteuererhöhung. Wobei letzteres wahrscheinlich kein dringender Grund gewesen wäre neue Bücher einzuführen. Diese Neuanschaffung wurde aufgrund geänderter Lehrpläne (im Jahre 2004) durchgeführt.

Solange noch nicht einmal grundlegende Materialien zum gegebenen Zeitpunkt angeschafft werden können, ist es nun mal nicht möglich weitere Kosten zu übernehmen.

Das bedeutet in der Konsequenz, dass entweder die Eltern die Zusatzkosten übernehmen oder die Schüler eben nicht mehr ins Theater, Schullandheim oder ins Konzert gehen.

Doch diese zusätzlichen Bildungsmöglichkeiten sind heute notwendig, denn fragen Sie sich mal selbst: wie oft gehen sie mit ihrem Kind ins Theater, Konzert oder Museum?

 

Topics: Allgemein |

Einen Kommentar schreiben

du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.