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Glosse: Warum nicht abhören wenn man an der Quelle sitzt?

von Benjamin Seiband | 30. Mai 2008

Die Ereignisse der letzten Tage (ich spreche von der Bespitzelungsaffäre der Telekom) haben mich auf eine Überlegung gebracht. Über das Netz der deutschen Telekom verlaufen die meisten Telefonanrufe. Als Telekom-Mitarbeiter habe ich sicherlich vergünstigte Konditionen für Festnetz- und/oder Mobilfunktarife. Also würde ich persönlich immer die günstige Kondition meines Arbeitgebers wählen, also einen Anschluss bei der deutschen Telekom. Zumal auch die deutsche Telekom vom Mobilfunknetz her sehr gut abgedeckt ist und wirklich interessante Angebote hat, als z.B. alleiniger berechtigter Anbieter in Deutschland für das Apple iPhone. Spricht doch eigentlich alles dafür, oder?

Natürlich möchte die Telekom dann auch eine Gegenleistung und nimmt sich das Recht raus, auch diverse Anschlüsse zu überwachen. Das ist doch natürlich nur zu dem besten, aber von wem?

Seien wir doch mal ehrlich, wenn ich direkt an der Quelle sitze ist die Versuchung doch groß, den direkten Zugriff auch zu nutzen, oder? Das ist doch auch häufig der Grund für sogenannte Insidergeschäfte an der Börse. Würde nicht jeder von uns gleich handeln? Oder es zumindest überlegen! (Insidergeschäfte sind Handelsaktivitäten von Insidern, die auf deren Wissensvorsprung basieren und eine Reaktion des auf diese Information vorwegnehmen. Quelle: www.faz.net)

Aber jetzt möchte ich mal ein paar Überlegungen anstreben: Wenn nun also die Entwicklung der letzten Zeit über Bespitzelungen weiter voranschreiten, wo kommen wir dann hin? Also ich würde sagen, dass unser lieber Staat nun keinerlei Überwachung mehr vornehmen muss und dadurch sehr viel Geld spart (siehe Berechnung hier). Warum? Na, wenn jede Firma selbstständig jeden ihrer Mitarbeiter überwacht und abhört, dann braucht das doch der Staat nicht auch noch zu tun (obwohl: doppelt hält besser, kostet aber mehr). Nur ein kleiner Schritt fehlt also noch, dass wir die perfekte und vollkommene Überwachung haben…

Die Regierung muss nur noch ein Gesetz herausbringen, in denen die Firmen dazu gezwungen werden Ihre Abhördaten dem Staat zugänglich zu machen. Ich könnte mir das ähnlich vorstellen wie das Recht des Staates die Kontodaten von uns Bürgern (zumindest der „mutmaßlichen” Steuersünder) abzufragen. Also gibt es dann einfach eine öffentliche Stelle, wo alle Daten gesammelt werden und dem Staat jederzeit zur Verfügung stehen. Also sozusagen nachfolgendes Gesetz:

§…

ENDE DER FREIHEIT???

Zum Glück war dies nur eine nicht ernst zu nehmende Glosse und wir sind noch nicht so weit.

Ob es so weit kommt liegt allein an uns, an den Wähler, denn jede Stimme zählt!

Topics: Bundespolitik, Gesellschaft, Wirtschaft |

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