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Diesel = Benzin
von Melanie Schulz | 22. Mai 2008
Für alle die sich aufgrund Ihrer jährlichen Fahrleistung hin ein Diesel-Fahrzeug gekauft haben ist dies ein schlimmer Tag. Wie es sich schon in letzter Zeit abgezeichnet hatte, passte sich der Dieselpreis an den Tankstellen immer mehr an den deutlich teureren Benzin an. Doch für viele war die Zeit für den Diesel schon gezählt, da sich der Vorteil von Dieselfahrzeugen immer mehr zurückzog. Wodurch hatte der Diesel aber den Vorteil?
Nun, ich möchte es mal erklären. Diesel war früher schon preislich in etwa gleich wie Benzin. Nur ist auf Diesel ein geringerer Steuersatz aufgesetzt, so dass Diesel für den Endverbraucher günstiger zu haben war und die Diesel-Fahrzeuge verbrauchten auch weniger als Benziner. Allerdings ist ein Diesel-Fahrzeug auch in der Anschaffung etwa 3.000 Euro teurer gewesen. So hatte man ab etwa 12.000 km Jahresleistung eine Ersparnis, wenn man einen Diesel kaufte. Dies wird wohl in nächster Zeit wegfallen, da die Preise für Diesel und Benzin nun einen gleichen Betrag haben.
Hierzu habe ich einen Interessanten Artikel auf N24.de gelesen:
Der Ölpreis ist erstmals über die Schwelle von 133 Dollar gesprungen. US-Leichtöl schoss am Mittwoch an der New Yorker Rohstoffbörse in der Spitze auf 133,38 Dollar pro Barrel (159 Liter). In Deutschland mussten Autofahrer für Diesel erstmals so viel bezahlen wie für Superbenzin. Beide Produkte lagen im Bundesschnitt bei etwa 1,52 Euro je Liter. Der ADAC warf den Mineralölkonzernen vor, beim Dieselpreis im Schatten der Ölverteuerung abzusahnen.
Als Grund für den Preisaufschlag beim Öl von über 3 Dollar am Mittwoch nannten Experten unter anderem die steigende Nachfrage und daraus resultierende Versorgungsängste. Die US-Regierung hatte am Mittwoch zudem mitgeteilt, dass die Vorräte an Rohöl und Benzin in der vergangenen Woche unerwartet gesunken seien. Öl ist derzeit etwa doppelt so teuer wie vor einem Jahr. Analysten erwarten, dass der Preis seinen Höhenflug fortsetzen wird. In den nächsten zwei Jahren könnte er nach aktuellen Prognosen bis auf 200 Dollar je Fass steigen.
Die wilde Jagd an den Börsen macht sich auch an den Tankstellen bemerkbar: Autofahrer in ganz Deutschland müssen jetzt für Diesel ebensoviel bezahlen wie für Benzin. Nach einer Preisrunde am Dienstag und Mittwoch kosteten im bundesweiten Durchschnitt alle Sorten an Markentankstellen rund 1,52 Euro je Liter, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg und Bochum mitteilten. Ursache seien die hohen Preise für Diesel am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Dort kostete eine Tonne Benzin am Mittag 1.088 Dollar, eine Tonne Diesel dagegen 1.290 Dollar. Dieser Preisunterschied habe den steuerlichen Vorteil von Diesel von rund 22 Cent je Liter aufgezehrt. Diesel hat damit abermals ein Rekordniveau erreicht und sich allein seit Mitte März um mehr als 15 Cent je Liter verteuert.
Bereits im vergangenen Dezember hatte der Dieselpreis in einigen Regionen den Benzinpreis überflügelt, doch war der Grund damals ein kurzfristiger Preiskampf beim Benzin. “Jetzt haben wir den Eindruck, dass sich diese Tendenz verfestigt”, sagte Barbara Meyer-Bukow vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg. Ursache sei die steigende Nachfrage nach Diesel auf den Weltmärkten. So kauft China nach Aussagen von Experten offenbar vor den Olympischen Spielen große Mengen des Treibstoffs, auch die steigende Zahl von Diesel-Aggregaten zur Stromerzeugung in Afrika, Südamerika und Asien trage zur Erhöhung der weltweiten Nachfrage bei.
Das zur Herstellung von Diesel benötigte Erdöl wird nach Einschätzung von Energie-Experten schon in den kommenden Jahren knapp. Die Ölförderung habe ihr Maximum bereits überschritten, die Nachfrage steige aber weiter, heißt es in einer Studie der Energy Watch Group. Bis 2030 könnte die weltweite Ölförderung auf die Hälfte zurückgehen. Die Expertengruppe der Ludwig-Bölkow-Stiftung stellt sich damit gegen die vorherrschende Meinung, dass kein Mangel auf den Ölmärkten zu erwarten sei.
Auch der MWV betonte, die wirtschaftlich förderbaren Ölreserven seien mit 181 Milliarden Tonnen so hoch wie noch nie. “Berechnungen zum nahenden Ende der Ölreserven gibt es seit Jahrzehnten”, sagte der Hauptgeschäftsführer Klaus Picard in Hamburg. “Wären sie richtig gewesen, wäre uns das Öl längst ausgegangen.” Die Endzeit-Szenarien ließen außer Acht, dass der technologische Fortschritt die Reichweite der Ölreserven um viele Jahrzehnte verlängern werde.
Vier Faktoren gelten als Hauptgrund für den starken Anstieg: Zum einen die Sorge vor einer weiter steigenden Nachfrage nach Rohöl auf den Weltmärkten und daraus möglicherweise entstehenden Versorgungsengpässen. Zum anderen die Haltung des mächtigen OPEC-Kartells, das seine Fördermengen vorerst nicht erhöhen will. Hinzu kommt der schwache Dollar. Aber auch Spekulationen treiben die Preise nach oben. Seit Jahresanfang ist der Ölpreis um rund ein Viertel gestiegen, binnen eines Jahres hat er sich in etwa verdoppelt. Entspannen dürfte sich die Lage kaum: Analysten gehen von weiter steigenden Preisen aus, die Experten der Investment-Bank Goldman Sachs erwarten sogar einen Zuwachs auf bis zu 200 Dollar in den nächsten zwei Jahren.
Quelle: http://www.n24.de/news/newsitem_901395.html
Topics: Gesellschaft, Wirtschaft |
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