« Tibet zu Gast bei Freunden | Home | Turbogymnasium – minimale Kosten, maximale Ergebnisse »
EU kritisiert “Goldenen Handschlag”
von Benjamin Seiband | 14. Mai 2008
Die Managergehälter - ein ständiges und leidiges Thema. Soll nun eigentlich, wenn die Bundesregierung nichts gegen überhöhte Managergehälter tut, sich die EU der Sache antun? Also wiedermal ein “Verbot für überhöhte Managergehälter”? Soll es sich also zeigen, dass in unserer Gesellschaft nur noch Verbote helfen, statt an den gesunden Menschenverstand zu appellieren?
Ich wünsche mir, dass ein Manager auch gut und gern fünf Millionen Euro (oder mehr) verdient. Das darf er sich sogar gerne selbst bestimmen. Ich gönne ihm dieses Geld, zu hundert Prozent. Eine einzige Bedingung knüpfe ich daran, er muss ganz ehrlich zu sich sein und in den Spiegel sehen und voller Stolz behaupten können: „Für diese Firma bin ich fünf Millionen Euro wert, weil ich sehr viel für die Firma geleistet habe. Ich habe die Effizienz deutlich gesteigert, ich habe jedesmal die Arbeit der Angestellten und Arbeiter geschätzt und diese wissen das auch zu schätzen. Sie verdienen alle einen fairen Lohn bzw. ein faires Gehalt. Genauso Fair wie ich mein Gehalt verdiene. Ich kann zurück blicken und sehe, dass es der Firma durch mein Handeln und Tun besser geht als zuvor. Ich habe keinerlei Gesetze gebrochen und trotzdem nicht nur privat sondern auch gesellschaftlich vieles geleistet.” Ich gebe es zu: EINE VISION.
Nun aber ein interessanter Bericht über die hohen Managergehälter von N24:
EU-Vorstoß gegen hohe Managergehälter: Der Chef der Eurozone Jean-Claude Juncker will gegen überhöhte Managergehälter und ungerechtfertigte Abfindungen vorgehen.
In Europa wächst der Widerstand gegen Auswüchse bei Managergehältern. Die meisten Länder des Eurogebiets sind inzwischen für steuerliche Maßnahmen gegen übermäßige Abfindungen für Unternehmenschefs. “Die Diskussion zeigt, dass sich das politische Klima gewandelt hat”, sagte der neue italienische Finanzminister Giulio Tremonti in Brüssel am Rande von Beratungen mit seinen europäischen Amtskollegen. Bundespräsident Horst Köhler kritisierte im Magazin “stern” “bizarr hohe Vergütungen für einzelne Finanzmanager”.
Der Vorsitzende der Finanzminister des Eurogebiets, der luxemburgische Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker, sagte in Brüssel: “Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass bestimmte Unternehmenschefs von übermäßigen Gehältern und vor allem von goldenen Handschlägen profitieren, die nicht im Zusammenhang mit der Leistung stehen”. Es gehe um den Kampf um ein “soziales Übel”. Juncker prangerte in diesem Zusammenhang auch “skandalöse” Gehaltssteigerungen einiger Unternehmenschefs an. Juncker will die Debatte nicht nur auf europäischer, sondern auch auf internationaler Ebene führen.
Briten sind skeptisch
“Es braucht ein Signal, dass Mäßigung bei den Gehältern nötig ist”, sagte der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos. Die französische Ressortchefin Christine Lagarde gab zu bedenken: “Das Thema ist nicht einfach zu behandeln.” Frankreich habe aber bereits gehandelt: Hohe Abfindungen für Manager müssten an die Leistung gebunden sein und von der Hauptversammlung gebilligt werden. Widerstand zeichnet sich hingegen von britischer Seite ab: “Es gibt keinen Appetit der EU-Kommission und im Kreis der Minister, mit einer Regulierung zu beginnen”, sagte ein Diplomat.
In Deutschland hatte die SPD vorgeschlagen, dass Unternehmen Gehälter und Abfindungen von Managern nur noch bis zu einer Million Euro voll von der Steuer als Betriebsausgaben abziehen dürfen. Was darüber hinausgeht, soll nur noch zur Hälfte geltend gemacht werden können. Laut Juncker wird auf Ebene des Eurogebiets nun die steuerliche Abzugsmöglichkeit für “goldene Handschläge” infrage gestellt.
Juncker: Gehaltssteigerungen kaum zu vermitteln
Juncker sagte, angesichts einer hohen Inflation und Kaufkrafteinschränkungen für Normalbürger seien die Gehaltssteigerungen für Manager in einzelnen Länder und Branchen kaum noch zu vermitteln. “Wir riskieren, nicht mehr verstanden zu werden.”
Der niederländische Ressortchef Wouter Bos zeigte sich erfreut über die Debatte. “Wir sind Vorreiter.” Bos will höhere Steuern auf außergewöhnlich hohe Gehälter und Pensionsansprüche durchsetzen. Zudem geht es in Den Haag um Einschränkungen für die Manager von Fonds, die andere Unternehmen auf- und dann weiterverkaufen. Beim Staatsrat, einem wichtigen Organ zur Beratung von Regierung und Parlament, holte sich der Minister jedoch zunächst eine Abfuhr.
Die EU gibt es bisher keine übergreifende gesetzliche Regeln für Managervergütungen. Die Kommission legte im vergangenen Jahr einen Bericht mit allgemeinen Empfehlungen vor, die vor allem in Richtung von mehr Transparenz bei den Vergütungen zielen. Dieser Bericht soll nun aktualisiert werden. Konkrete Vorgaben machten die Minister nicht. In der Steuerpolitik ist in der EU Einstimmigkeit nötig.
Quelle: http://www.n24.de/news/newsitem_872345.html
Topics: EU-Politik, Gesellschaft, Wirtschaft |
Einen Kommentar schreiben
du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.