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Tibet zu Gast bei Freunden

von Lisa Lenz | 13. Mai 2008

Am vergangenen Mittwoch trafen sich die Jungen Liberalen Remseck mit Vertretern der Tibet Initiative Stuttgart um ein außenpolitisches Zeichen zu setzen.

Auf einer Mahnwache, die auf die aktuellen, katastrophalen politischen Umstände in Tibet aufmerksam machte, waren die Julis mit sieben Liberalen sehr gut vertreten. Mit Plakaten und Fahnen bestückt, wollten unter anderem Daniela Schraft, Lisa Lenz, Melanie Schulz und Benjamin Seiband zusammen mit Exiltibetern und Tibetaktivisten den Fokus der Remsecker und der Stuttgarter stärker auf die Problematik im Fünf-Millionen-Einwohner-Staat lenken.

Nach einem kurzen Abstecher der Tibeter in den Landtag zu einer Veranstaltung der Landesgrünen, folgte eine lange, gutbesuchte und höchst informative Diskussionsveranstaltung in Remseck-Neckargröningen. Die Tibeter Tenzin Norbu, Lekshey Hofheinz und Shamba Weiss erzählten genauso über die historischen Hintergründe des Konfliktes, ihre Kultur und den Dalai Lama, wie über Unterdrückungen, Folter und ihre eigene, spektakuläre Flucht, bei der sie zu Fuß über das Himalaya Gebirge nach Indien gewandert sind. Dabei stellte sich heraus, dass die Kultur und Sprache der Tibeter sich sehr stark von der chinesischen unterscheiden, selbst die Schriften der beiden asiatischen Länder sind grundverschieden. China aber versucht durch das Verbot, sich in ihrer eigenen Sprache zu verständigen, den Tibeter ihre Identität zu nehmen und sie so zu chinesischen Mitläufern zu formen. Trotz der grausamen Erfahrungen, die das tibetische Volk durch die Regierung in China erleiden mussten, empfinden die Tibeter keinen Hass gegenüber der chinesischen Bevölkerung. „Auch Tibeter gehen ab und zu gerne zum Chinesen essen“, gab Tenzin Norbu auf eine Nachfrage hin zu.

Am Ende des Abends waren sich Tibeter und Julis einig, die Aufmerksamkeit, die Tibet zur Zeit bekommt, muss genutzt werden, um China ein Stück weit freiheitlicher zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit von fünf Millionen Tibetern, sondern zusätzlich auch um die Menschenrechte eines noch größeren Volkes, nämlich der Chinesen. Viele chinesische Menschenrechtler werden ebenso wie tibetische Mönche verhaftet, gefoltert und ohne Grund getötet.

Um die Lage im Reich der Mitte zu verbessern, setzen die Julis Remseck nicht auf einen Boykott der olympischen Spiele, sondern auf diplomatische Gespräche zwischen China und Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Vertreter dieser zwei Bereiche müssen von der Bevölkerung vor Besuchen in China konsequent darauf aufmerksam gemacht werden, dass durch ihr Wort in China viel verändert werden kann. Daher werden die Julis Remseck auch weiterhin Denkzettel an Abgeordnete verschicken und diese darin auffordern in China auch einmal die Menschenrechtsfrage in den Raum zu stellen. Mindestens genauso wichtig, wie diplomatische Gespräche sind aber nach Meinung der Julis auch friedliche Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen. Störfälle, wie in Frankreich, wo friedlich demonstrierenden Tibetern ihre Fahnen entrissen werden, sollten dabei allerdings nicht vorkommen, denn wir können China nur ein Stückchen näher an unsere Ideale eines freiheitlich- demokratischen Staates bringen, wenn wir diese selbst leben und schützen.

Die Julis Remseck werden sich auch nach den Olympischenspielen in Peking weiterhin aktiv für die Rechte Tibets einsetzen.

Topics: Außenpolitik |

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