« Bildungsgutscheine | Home | Ein kleiner Tibet-China Exkurs »
Wissenshunger??? Heute: Extremismus
von Lisa Lenz | 6. Mai 2008
Eine der mit erfolgreichsten Landeskampagnen der Julis in den letzten Jahren, war die
Kampagne gegen Rechtsextremismus unter dem Motto: Hass macht hässlich! Auch dieses Jahr starten die Julis wieder einige Aktionen um vor den Gefahren der Extreme zu warnen, egal ob sie denn nun von links oder von rechts kommen. Dabei begegnen wir Extremismus nicht nur mit handfesten Argumenten, sondern versuchen auch mit einem Augenzwinkern den Menschen klar zu machen, dass Hass und Gewalt keine Lösung ist. Wissen gepaart mit Humor ist die beste Waffe gegen politische Extreme!
Da zu passend ein Clip der Satiresendung Extra 3 (NDR; DO 24.04.2008 von 22:30-23:00 Uhr, Lizens Creative Commons). Nazis lernen Deutsch!
Aber was heißt Extremismus eigentlich genau! Und woher stammt der Begriff? Was ist links und was ist rechts? Ist links nicht manchmal auch rechts und rechst manchmal links?
Der Begriff Extremismus stammt von den lateinischen Wörtern ‘extremus’ und ‘extremitas’: das erste bedeutet: äußerst, entferntest, aber auch: der ärgste, gefährlichste, schlechteste, verächtlichste; das zweite der äußerste Punkt, Rand (2). Mit dem oben zitierten Begriff des politischen Extremismus werden quasi Orte in einem - der Komplexität der Gesellschaft wird das nicht gerecht - eindimensionalen politischen Spektrum, der Rechts-Links-Achse, bestimmt: er bezeichnet Positionen an den Rändern “rechts und links des politischen Spektrums” (3). Dass die Mitte, die als Gegenpol zu “extremus” als nah, harmlos, gut oder respektiert verstanden wird, kann bezweifelt werden, wenn man sich daran erinnert, dass aus der Mitte der deutschen Gesellschaft heraus seinerzeit der Faschismus groß geworden ist. [...]
Amtlich werden als Rechtsextremismus “…Bestrebungen verstanden, die sich gegen die im Grundgesetz konkretisierte fundamentale Gleichheit der Menschen richten und die universelle Geltung der Menschenrechte ablehnen. Rechtsextremisten sind Gegner des demokratischen Verfassungsstaates. Sie haben ein autoritäres Staatsverständnis. Das rechtsextremistische Weltbild ist geprägt von einer Überbewertung ethnischer Zugehörigkeit (Fremdenfeindlichkeit). Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse bestimme den Wert eines Menschen. Individuelle Rechte und gesellschaftliche Interessenvertretungen treten zugunsten kollektivistischer ‘volksgemeinschaftlicher’ Konstrukte zurück (Antipluralismus).” (6) [...]
Die Linksextremisten, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2006, “… wollen anstelle der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung eine sozialistische bzw. kommunistische Gesellschaft oder eine ‘herrschaftsfreie’ anarchistische Gesellschaft etablieren und orientieren ihr politisches Handeln an revolutionär-marxistischen oder anarchistischen Ideologien. Revolutionär-marxistische Organisationen setzen auf traditionelle Konzepte eines langfristig betriebenen Klassenkampfes. Autonomes Selbstverständnis ist geprägt von der Vorstellung eines freien, selbstbestimmten Lebens in ‘herrschaftsfreien’ Räumen. Entsprechend wird jede Form staatlicher oder gesellschaftlicher Normen abgelehnt.” (9) (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)
Obwohl linksextrem und rechtsextrem zunächst als gegensätzliche politische Richtungen gelten, gibt es dennoch Gemeinsamkeiten zwischen den Ideologien. Beide politiscge Extreme richten sich gegen die existierende demokratische Grundordnung. Beide Systeme haben ein Feindbilde. In der Zeit des Nationalsozialismus war der Feind, der erfolgreiche, jüdische Geschäftsmann. Im kommunistischen Russland kämpfte man gegen die Klasse des gehobenen Bürgertums. Die meisten radikalen Richtungen kämpfen gegen Minderheiten, meist durchaus erfolgreiche Minderheiten und richten sich gezielt an geschwächte Bürger, wie Arbeitslose oder Niedrigverdiener, die keine Perspektiven sehen .
Topics: Wissen |
Einen Kommentar schreiben
du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.