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Wissenshunger??? Heute: Boykott

von Lisa Lenz | 15. April 2008

Das dominierende Thema aktuell in den Medien ist -und bleibt wahrscheinlich auch noch eine Weile- die Tibetkrise, täglich gibt es Proteste und Ausschreitungen sowohl auf Seiten der Chinese, als auch von Seiten der Exiltibeter, die immer wieder versuchen die olympische Fackel mit Feuerlöschern zu ersticken. Die Chinesen indes verhaften friedliche Demonstranten, foltern diese fast zu Tode und treten die Menschenwürde mit Füßen. In Folge der Geschehnisse der letzten Wochen spricht die ganze Welt von einem möglichen Boykott der Olympischenspiele, doch was es mit diesem Merkwürdigen Wort mit dem “Y” in der Mitte auf sich hat, das eine kollektive Ablehnung oder Verweigerung einer Person oder einer Gruppe ausdrückt, weiß fast keiner, außer das Wochenmagazin “der Stern”:

Einst war er ihr Opfer, später Namensgeber der kollektiven Verweigerungshaltung: Der englische Gutsverwalter Charles Cunningham Boycott war ein verhasster Zeitgenosse.

Der am 12. März 1832 geborene ehemalige Offizier der britischen Armee heuert nach Ende seiner Militärzeit beim Earl of Erne als Gutsverwalter für dessen Ländereien in der irischen Grafschaft Mayo auf der Insel Archill an. Schnell erarbeitet er sich den Ruf eines Leuteschinders der übelsten Sorte. Boycott treibt die Pachtzinsen von seinen unter Missernten leidenden Bauern in einer derartigen Härte ein, dass diese auf die Barrikaden gehen: Niemand arbeitet mehr für ihn, niemand kauft etwas von ihm, niemand verkauft etwas an ihn.” (Quelle: www.stern.de)

Das China über einen möglichen Boykott und die Demonstration für ein freieres Tibet empört ist und die chinesische Regierung nun den Bedarf hat, schnellst möglich einen Sündenbock für die “Verschwörung der westlichen Welt” gegen die kommunistische Diktatur zu finden, war vorhersehbar. Nun hat die CSDSS- Jury (China sucht den Super Sündebock) eine Entscheidung gefällt. And the Oscar goes to “Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit (FNST)”. Die Entscheidung fiel auf die FNST; obwohl sich viele Liberale und Mitarbeiter gegen einen Boykott aussprachen. Auch hierzu ein kleiner Artikel aus der Zeitung “die Welt”:

Peking attackiert FDP-nahe Naumann-Stiftung

Chinesische Medien sehen liberale deutsche Organisation als Mitinitiatorin weltweiter Proteste

Peking - Chinas ideologischer Propagandafeldzug gegen den Westen, dem es seit seiner Tibet-Krise Einmischung und Versuch der Destabilisierung vorwirft, eskaliert weiter. Peking glaubt jetzt in der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNSt) den Sündenbock gefunden zu haben, der angeblich hinter den weltweiten “Anti-China-Protesten” und den “Störversuchen des Fackellaufs” steht.

Unter Berufung auf ausländische “Enthüllungsberichte” unterstellt es der Stiftung der Liberalen, eine hauptverantwortliche Rolle im Hintergrund zu spielen. “Deutsche Stiftung steht nach Berichten hinter den antichinesischen Protesten” überschrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gestern ihre Attacke. Der Staatsrundfunk China Radio International (CRI) setzte die Meldung an die erste Stelle seiner englischsprachigen Nachrichten am Montagmorgen. Die Anprangerung der Naumann-Stiftung, die wegen ihrer Unterstützung des Dalai Lama und ihrer Bonner Tibet-Konferenz im Jahr 1996 ihr Pekinger Büro schließen musste, schürte im chinesischen Internet erneut zornige Beschuldigungen des Auslands. Mit Schmähungen attackierten Blogger dabei auch die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel: “Wie kann ein so kleines Deutschland sich anmaßen, China spalten zu wollen?” (Quelle: www.welt.de)


Topics: Außenpolitik, Wissen |

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